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Drucken 11-05-2022 | Verschiedenes

Schwere Vorwürfe der Ukraine an den Westen

Kerken den 11. Mai 2022.  
Wie mehrmals in den Nachrichten heute zu hören war, beginnt in der Artillerieschule in Idar-Oberstein die Ausbildung von 60 Soldaten der Ukrainischen Armee an der Panzerhaubitze 2000. 
Nach Angaben von Verteidigungsministerin Lambrecht sind von 100 Panzerhaubitzen der Bundeswehr nur 40 einsatzbereit. 

Dazu paßt das heute veröffentlichte Interview in der US-Zeitschrift "Politico" mit dem Aussenminister der Ukraine Dmytro Kuleba. Dieser erhebt wegen zögerlichem Verhalten bei den Waffenlieferungen schwere Vorwürfe gegen den Westen (gemeint Deutschland). Dies hätte vielen Soldaten der Ukraine das Leben gekostet. 

Dieser Vorwurf war zu erwarten und er wird nicht der letzte dieser Art sein. 

Wenn wir seit heute 60 ukrainische Soldaten in der Artillerieschule in Idar-Oberstein an der Panzerhaubitze 2000 ausbilden und Idar-Oberstein damit zu einem möglichen Anschlagsziel machen und Deutschland noch tiefer in diesen Krieg hineinziehen lassen, wird dies natürlich nicht gewürdigt.

Viele in unserem Land werden mit dem egozentrischen Anspruchsdenken der Führungsschicht der ukrainischen Politik noch ihre Probleme haben und spätestens mit dem Heranführen der Oligarchenstrukturen an die Finanztöpfe der EU merken, was wir uns hier - bei allem Verständnis für die Hilfsbereitschaft unseres Landes - tatsächlich einhandeln. Wir werden niemals Ruhe haben, immer wieder mit neuen und weitergehenden Forderungen konfrontiert werden.

Als ehemaliger Heeres-Offizier (1968-1980) rate ich zudem dringend davor ab, eine derart offene Informationspolitik, wie derzeit vom Verteidigungsministerium betrieben, fortzuführen. Alle Informationen, einschl. Zeit und Ort der Ausbildung an Gefechtswaffen für einen aktuellen Krieg, sowie offen kolportierte Informationen zur Einsatzbereitschaft von Waffensystemen der Bundeswehr erleichtern allenfalls jenen die Aufklärung, die wir nicht zu unseren Freunden rechnen können. Es wirft aber ein bezeichnendes Licht auf die Qualität unseres politischen Führungspersonals.

(Rainer Willing)