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Drucken 29-04-2019 | System-Gastronomie

Franchising in der Gastronomie: Start selbst mit geringem Eigenkapital möglich

©istock.com/andresr



Um das unternehmerische Risiko zu minimieren und sich den Start zu erleichtern, setzen viele Jungunternehmer auf Franchisingsysteme in der Gastronomie. Ganz ohne Eigenkapital geht es aber auch hier nicht.

Selbstständig zu sein in der Gastronomie – davon träumen viele Menschen. Doch die eigene Geschäftsidee scheitert oft am nötigen Kleingeld – ein eigenes Lokal erfordert eine gute Eigenkapitalbasis sowie eine gesicherte Liquidität, auch über eine schwierige Anfangsphase hinweg. Franchising in der Gastronomie kann eine sinnvolle Alternative sein.

Systemgastronomie als Startschuss: Große Marken sind teuer

Über 123.000 Franchisenehmer vertrauen auf den Erfolg ihres Geschäftsmodells. Wer jedoch auf einen der großen Namen hofft, sollte schon das nötige Kleingeld mitbringen. Eine eigene McDonald's-Filiale gibt es erst ab einem Eigenkapital von mindestens 500.000 Euro. Für eine Nordsee-Filiale sollten Gründer ein Startkapital von wenigstens 150.000 Euro mitbringen. Erschwinglicher ist dagegen schon das in Deutschland am drittstärksten verbreitete System von Subway Sandwiches, das man aufgrund der meist eher kleinen Ladengröße schon ab 15.000 Euro Eigenkapital gründen kann.

Wer soviel Eigenkapital nicht aufbringen möchte, sollte die Vielzahl von Geschäftsideen im Bereich der Systemgastronomie genauer unter die Lupe nehmen, die selbst mit einem schmalen Budget umsetzbar sind.

Systemgastronomie für kleines Geld: Geschäftsideen bis 20.000 Euro Eigenkapital

Die Nase vorn haben in diesem Bereich Lieferdienste in verschiedensten Bereichen, die teilweise sogar ohne Eigenkapital gegründet werden können. Gemeint sind hier längst nicht nur Pizzalieferdienste, sondern auch weitaus innovativere Franchisingmodelle, wie diese Beispiele zeigen:

Franchisesystem

Beschreibung

Eigenkapitalbedarf

Ihr Brötchenbursche

Die Kunden werden direkt bis an die Haustür mit frischen Backwaren beliefert.

2.000 – 5.000 Euro

Flammkuchen-Zentrale

Der Betreiber veranstaltet Flammkuchenpartys zuhause bei seinen Kunden.

0 – 1.000 Euro

Sushi Palace

Die Kunden erhalten meisterlich zubereitetes Sushi bequem nach Hause geliefert.

ab 3.000 Euro

Immer beliebter werden mobile Modelle ohne festes Ladengeschäft. Gründer verkaufen mit "Herr von Schwaben" unterwegs schwäbische Traditionsgerichte (10.000 bis 15.000 Euro Eigenkapital), begeistern durch das "Waffle-Bike" mit süßen Köstlichkeiten (0 bis 18.980 Euro Eigenkapital) oder versorgen mit dem "Coffee-Bike" Kaffeeliebhaber mit besonderen Kaffeekreationen (0 bis 23.480 Euro Eigenkapital).

©istock.com/Christian-Fischer


Eigener Laden? Auch das ist realisierbar

Sogar ein eigener Laden ist mit einem Budget bis 20.000 Euro durchaus machbar, wie diese Beispiele zeigen:

  • Doms Frozen Yogurt (10.000 – 20.000 Euro): Ein moderner Store mit Selbstbedienungskonzept, Verkauf von Eis- und Kaffeespezialitäten
  • EIS-Zauberei (ab 5.000 Euro): Individuelles Wunscheis für jeden Kunden; möglich macht das eine spezielle Mixmaschine
  • Tasty Donuts & Coffee (5.000 Euro): Leckere Snacks wie Donuts, Muffins, Sandwisches und Bagels sowie Kaffee, Tee und Getränke
  • Tellys TSI (0 – 15.000 Euro): Ein amerikanisches Fastfood-Restaurant, bei dem sich alles rund um die italienische Nudel dreht
  • my Indigo (ab 15.000 Euro): Verkauf von trendigem und zugleich gesundem Fastfood wie Currys, Salate, süßen Versuchungen und speziellen Getränke

Doch bei aller Motivation muss natürlich klar sein: Auch wenn die Franchisegeber ein geringes Eigenkapital voraussetzen, die tatsächliche Investition ist im Regelfall deutlich höher. So kann ein Subway-Restaurant mit einem Eigenkapital von 15.000 Euro gegründet werden, tatsächlich beträgt die Gesamtinvestition jedoch mindestens 90.000 Euro. Dementsprechend sollten Gründer immer zunächst ihre Finanzierungsmöglichkeiten klären, ehe sie sich für ein Franchisesystem entscheiden.
(Maike Blume)