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Drucken 16-04-2019 | Tourismus-Infos | Digitalisierung

Mobile Payment: Vom chinesischen Tourismus profitieren

Xiaoqiong Hu, Senior Business Development Manager EMEA und Head of Business Development DACH & CEE bei Alipay


Von Xiaoqiong Hu, Senior Business Development Manager EMEA und Head of Business Development DACH & CEE bei Alipay. 
Im Gegensatz zu den Deutschen bezahlen Chinesen wie selbstverständlich mit dem Smartphone – zu Hause wie auf Reisen. Nachweislich geben sie dabei mehr Geld aus, wenn die ihnen vertrauten Bezahllösungen verfügbar sind. Über Apps der Anbieter finden sie Restaurants, die mobiles Bezahlen ermöglichen. So schaffen es auch kleinere, unabhängige Gastronomiebetriebe ohne teures Marketing auf die Agenda chinesischer Touristen.
Chinesische Touristen sind zahlungsfreudig

2017 reisten chinesische Touristen rund 131 Millionen Mal ins Ausland; knapp 40 Prozent der Reisen gingen nach Europa. Deutschland, Frankreich und Großbritannien sind bei den Gästen aus Fernost besonders beliebt. Für Gastronomen ist das spannend, weil die Chinesen spendabler sind als Touristen anderer Nationen: Auf Deutschlandreisen gaben die mehr als 1,5 Millionen chinesischen Besucher 2017 insgesamt rund 5,8 Milliarden Euro aus.

Apps sind der Schlüssel

Der erste Schritt, um chinesische Touristen zu begeistern, ist, eine oder mehrere mobile Bezahllösungen anzubieten. Der Weg über vertraute Acquirer oder die Anbieter direkt funktioniert gleichermaßen. Die Integration der Bezahldienste in bestehende Systeme kann flexibel an die Bedürfnisse des Betriebs angepasst werden. Der Bezahlprozess, nachfolgend am Beispiel von Alipay skizziert, ist entsprechend einfach:

1. Über die App wird ein QR-Code generiert, der an der Kasse gescannt wird.

2. Oder anders herum: Der QR-Code wird vom Kassensystem generiert und vom Kunden gescannt.

Die Gemeinsamkeit: Niemand muss umständlich mit Bargeld hantieren, die richtige Bezahlkarte suchen oder den PIN parat haben.
Sind die technischen Voraussetzungen erfüllt, müssen chinesische Besucher nur erfahren, dass sie mit dem vertrauten Dienst bezahlen können. Auch hier hilft die App. Denn chinesische Touristen bezahlen damit nicht nur, sie verwalten darüber auch ihr Geld, rufen Taxen oder vereinbaren Termine. Für Gastronomen noch viel wichtiger: Nutzer machen über die App Betriebe aus, die den Bezahldienst anbieten. Eine clever, ebenfalls in der App platzierte Rabattaktion später stehen die Reisenden bereits vor den eigenen Pforten – ohne horrende Marketingbudgets.

Mehr Kundschaft und Umsatz

Weltweit ist bei knapp zwei Drittel der Händler, die Alipay akzeptieren, die Zahl der chinesischen Kunden und der Umsatz nach der Einführung signifikant gestiegen.
In München – wo inzwischen auch die Händler des Viktualienmarkts Alipay anbieten – stiegen die durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben während der Mondneujahrswoche 2019 um das 1,6-fache und das Transaktionsvolumen um das 8,3-fache gegenüber dem Vorjahr.
In der Schweiz ist die Zahl der an Alipay angeschlossenen Händler von 2018 auf 2019 um mehr als 3000 Prozent gewachsen. An Touristen-Hotspots wie Davos, Luzern oder Interlaken werden nach und nach alle Restaurants, Hotels, Sportgeschäfte und Bergbahnen angeschlossen. Bei den Titlis Bergbahnen zeigt sich die hohe Akzeptanz der neuen Bezahlmethode beispielsweise durch stark gestiegene Umsätze im Kleinbetragsbereich, unter anderem an den Getränkebuffets.
Auch deutsche Gastronomen profitieren von diesem Wandel, wenn sie auf die Bedürfnisse chinesischer Touristen eingehen und deren favorisierte Bezahlungsmethoden anbieten.

„Interessierte Gastronomen, Hoteliers und Händler können auf https://global.alipay.com/open/apply.htm  direkt mit Alipay in Kontakt treten und eine Zusammenarbeit anfragen."