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Drucken 21-04-2017 | MeinGrünesLand®

Bioeier stark nachgefragt

Der Markt für Bioeier wuchs 2016 weiter, und das sowohl auf Produktions- als auch auf Nachfrageseite. So erreichte die Bioeierproduktion im Jahr 2016 einen Anteil von 10,1 Prozent an der Gesamt-Eiererzeugung in Betrieben mit mehr als 3.000 Legehennen. 2015 waren es erst 9,1 Prozent. Insgesamt wurden rund 4,4 Millionen Biolegehennen in Beständen über 3.000 Legehennen gehalten, hinzu kommen Tiere in kleineren Beständen, die das Statistische Bundesamt nicht miterfasst.

Ein Ende des Wachstums zeichnet sich nicht ab. Im Januar 2017 wurden abermals spürbar mehr Bioeier produziert als zwölf Monate zuvor. Die Erzeugung stieg im Vergleich zu Januar 2016 um 14,3 Prozent. Der erneute Zuwachs war überwiegend darauf zurückzuführen, dass es seit Januar 2017 erneut mehr Biobetriebe in Deutschland gab. Mit 391 meldenden Betrieben wurde erneut ein Rekordergebnis verzeichnet. Das waren 45 Betriebe mehr als zwölf Monate zuvor und 14 Betriebe mehr als im Dezember 2016. Pro Betrieb waren das rund 275.000 Eier im Monat.

Vogelgrippe führt zu Marktverschiebungen
Schon in den vergangenen Jahren ist meist in den Herbst- oder Wintermonaten häufig die hoch pathogene Vogelgrippe (Aviäre Influenza vom Subtyp H5N8) bei Wildvögeln ausgebrochen. Einzelne Bundesländer oder Landkreise mussten die Freilandhaltung von Geflügel immer wieder zeitweise untersagen. Auch Biolegehennen dürfen in vielen Regionen nicht mehr die Ställe verlassen. Die Eier konnten aber trotz fehlendem Auslauf weiterhin als Bioeier vermarktet werden. Im Unterschied dazu mussten Eier aus konventioneller Freilandhaltung nach Ablauf einer Zwölf-Wochen Frist als Bodenhaltungsware verkauft werden. Diese Frist endete für viele Betriebe Anfang Februar 2017. Durch den regionalen Wegfall des Angebots an Freilandware hat sich die Nachfrage nach Bioeiern nochmals gesteigert. Aber einige Verbraucherinnen und Verbraucher wichen auch auf Bodenhaltungseier aus.

Jetzt auch die Küken von Biobetrieben
Die Biolegehennenhaltung unterscheidet sich noch in anderen Kriterien von der Freilandhaltung. So erhalten die Biolegehennen Biofutter, zumindest zu 95 Prozent, und ein Teil davon muss aus der Region stammen. Außerdem ist die Tierhaltung an die Futterfläche des eigenen beziehungsweise des kooperierenden Betriebes gekoppelt. Relativ neu ist die Regelung, dass seit 2017 auch die Küken aus einer Biobrüterei stammen müssen, zumindest in den vier Bundesländern Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. In den Niederlanden beispielsweise dürfen grundsätzlich konventionelle Küken in Biobetriebe eingestallt werden, was zu Kostenvorteilen führt. In Deutschland gibt es Anfang 2017 rund 53.000 Bioelterntiere für die Biolegehennenhaltung, bei denen rund fünf Millionen weibliche Bioküken schlüpfen können. Damit sind ausreichend Bioküken zumindest für die gängigen Rassen verfügbar.

Neuer Bioverband "Bio-Initiative"
Der Bioeiermarkt differenziert sich immer mehr aus: Anfang 2017 hat sich ein neuer Bioverband, die "Bio-Initiative", gegründet, in dem sich expliziet die großen Bioeierproduzenten der Republik zusammengeschlossen haben. Anfang April 2017 hatte der Verband 30 Mitglieder, im Mai sollen die ersten Eier mit dem 5-Sterne-Logo geliefert werden. Ziel ist ein neuer Standard, der weniger streng ist als der der bestehenden Verbände. Gleichzeitig erlaubt er es den Unternehmen, die Eier mit einem Verbandslabel zu vermarkten. Die Mitglieder des neuen Verbandes beliefern unter anderem Rewe und Alnatura.

Weitere Verkaufssteigerungen erwartet
Bioeier sind also nicht gleich Bioeier. Gerade weil die meisten Bioeier nach wie vor in den Discountern gekauft werden, versuchen sich die Vollsortimenter und der Naturkosthandel mit Bio-Plus-Ware, also Eiern mit Verbands- und/oder regionaler Herkunft zu profilieren. Hinzu kommt die vermehrte Aufzucht der männlichen Küken (Bruderhähne) und deren Vermarktung über Mehrpreise bei den Eiern.
Durch die erneute Produktionssteigerung ist zu erwarten, dass die Ware bei sich normalisierender Nachfrage nach der Vogelgrippe nicht mehr zu knapp ist, insbesondere in den Sommermonaten. Es ist jedoch anzunehmen, dass Bioeier weitere Käuferschichten gewinnen, wodurch sich die zusätzliche Produktionsmenge sicherlich flott am Markt absetzen lässt.

Quelle: Ökolandbau, Medium der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.