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Drucken 27-05-2022 | Staat und Gesellschaft

Kanzler Scholz bleibt standhaft

Kerken, den 27.Mai 2022 - "Die Deglobalisierung ist ein Holzweg, sie wird nicht funktionieren." (Bundeskanzler Olaf Scholz)
Auf dem World Economy Forum in Davos war der Bundeskanzler am 26.Mai zur Schlussrede gebeten worden. An diese Worte wird man sich erinnern, denn darum geht es in der Zukunft wirklich.

Wie aber die Globalisierung gestalten?
Eigentlich ist es ganz einfach: die Globalisierung ist die weltumspannende und vernetzte Zusammenarbeit der Menschen in der Zukunft. Insofern stellt sich die Frage, ob Globalisierung längst nicht mehr. Sie ist beantwortet und sie ist unumkehrbar, denn sie ist die Folge der technischen Errungenschaften der Menschen in Ost und West, Nord und Süd und ihrem natürlichen Drang, aus der Globalisierung für sich einen Vorteil zu gewinnen. 


Boykott und Embargo sind Waffen einer falsch verstandenen Globalisierung.

Donald Trump hat diese "leisen" Kriegswaffen zwar nicht erfunden, aber er hat ihre außerordentliche Wirkung erkannt. Insbesondere hinsichtlich der Medienwirksamkeit im eigenen Land.
Dabei hat sich allerdings gezeigt, dass das Ergebnis oft ein Anderes ist, als man es beabsichtigt hat. Nicht nur, weil im Normalfall jede Actio eine Reactio hervorruft, die nicht nur das Ziel der Actio zunichte machen kann, sondern darüberhinaus zu einem vielfach höheren Schaden bei demjenigen führen kann, der diesen "leisen" Krieg initiiert hat.
Ein Embargo ist tiefgreifend und umfassend und in der Regel immer mit einem Schaden verbunden, in der Regel auch immer für denjenigen, der diese Art Kriegsführung beginnt. 

Die weltweit optimierten Prozesse in Exploration, Herstellung, Veredelung und die aufeinander abgestimmten Prozesse in Logistik, optimierten Bestandsführungen und der Vermarktung werden immer gestört, müssen sich neu finden und wieder kostenoptimieren. Das kann für alle Beteiligten sehr teuer werden. Und wenn sich dies dann noch zu ungeplanten Störungen hinzuaddiert, wie pandemiebedingte Lockdowns, können Einkaufspreise und Prozesskosten sehr schnell zu einer Preisinflation führen.

Und genau diese Situation haben wir heute.

Wenn die EU also von Boykott und Embargo russischen Rohöls und Flüssiggas spricht, muss die Politik wissen, welchen Schaden sie damit der eigenen Bevölkerung zufügt. Hingegen ist Russland schon heute der eigentliche Profiteur nur aufgrund der medienwirksamen Boykottdrohungen. Energie und Rohstoffe sind ungleich auf der Welt verteilt. Und Russland hat besonders viel davon, weshalb man Preisschwankungen leichter verkraften und nutzen kann. Aktuell verdient Russland auch bei reduzierten Preisen aus zusätzlichen Exporten nach Indien soviel Geld, dass ein Embargo durch die EU defacto wirkungslos ist.
Warum beläßt es die EU nicht bei Sanktionen gegen Oligarchen und Politiker indem man deren Vermögen in der EU beschlagnahmt? Das ist doch das eigentlich scharfe Schwert.

Wäre da noch die Frage zu klären, was eigentlich russische Oligarchen von den Oligarchen der Ukraine unterscheidet. Ein Beispiel finden Sie, wenn Sie den Namen "Pinchuk" googeln. Hier erfahren Sie viele interessante Informationen über den gesellschaftlichen Aufstieg eines in den USA arrivierten Vorzeige-Ukrainers.

(Redaktion gastronomie.de, Rainer Willing)