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Drucken 14-01-2019 | Getränke-Informationen

'Ein Jahr voller Meilensteine …' Radeberger Gruppe: Erfolgreiche Weiterentwicklung zum Lösungsanbieter - gute Performance in weiterhin forderndem Marktumfeld

Da der Bericht der Radeberger Gruppe zum Geschäftsjahr 2018 leider keine Informationen zur Entwicklung in einzelnen Geschäftsfeldern bereithält, beschränken wir uns auf einen kleinen kritischen Kommentar.  

Laut Presseveröffentlichung vom 14. Januar der Radeberger Gruppe zum Geschäftsjahr 2018 lag der Erfolg der Radeberger Gruppe im Wesentlichen in "Akquisitionen, strategischen Schulterschlüssen und strukturellen Anpassungen". Damit habe man "wesentliche Weichen für ihre wichtigsten Geschäftsinteressen gestellt und sich zum Lösungsanbieter weiterentwickelt."

Im Gegensatz zur Brauerkonkurrenz, wie etwa der aus dem Siegerland die fast gleichzeitig eine ganze Reihe von Zahlen vorlegte und in der Getränkeherstellung auf hohem Niveau noch 10,1% im Umsatz zulegte, nennt die Radeberger Gruppe nicht eine einzige Zahl, mit der der Betrachter etwas anfangen kann. "Noch besser sieht der Blick auf den Umsatz aus: Er wuchs sowohl organisch als auch akquisitionsbedingt um insgesamt rund zwölf Prozent auf ca. 2,2 Milliarden Euro". Keine Information, welcher Anteil auf die Herstellung entfällt, welcher Anteil auf Akquisitionen entfällt. So muss man annehmen, dass man keine guten Zahlen hat. Das wäre zumindest eine logische Erklärung.

Dafür hat Dr. Lorenz viele gute Ratschläge für seine Brauerkollegen parat und kommt schnell zu seinem Lieblingsthema, der Digitalisierung: "Wie von der Radeberger Gruppe frühzeitig prognostiziert, verschärft die Digitalisierung die Situation weiter. Die Brauer werden im Moment von zwei Seiten in die Zange genommen. Die strukturellen Marktthemen sind noch nicht gelöst, da drängen schon ganz andere Themen aufs Tapet: Neue Marktakteure und Spielregeln, veränderte Kundenerwartungen, andere Formen des Wettbewerbs ..."

Deswegen sei umfassendes Umdenken und Veränderungsbereitschaft notwendig: „Wir alle müssen für den zukünftigen Markterfolg unsere Aufstellungen überprüfen, Tradiertes bewusst in Frage stellen, vermeintliche Komfortzonen verlassen und alles in allem wandlungsfähiger, mutiger werden ..."

Die Begeisterung um den eigenen (nicht näher konkretisierten) Erfolg kulminiert schließlich in der Feststellung: „Wir haben Schritt für Schritt, Kooperation für Kooperation, Beteiligung für Beteiligung Lösungen für jeden unserer Geschäftsbereiche, jeden Absatzkanal und damit für jede unserer Kundengruppen gefunden. Und zwar nicht nur irgendwelche. Sondern Lösungen, die diesen Namen wirklich verdienen. Aufstellungen, Schulterschlüsse, Unternehmensgründungen, die einem Ziel dienen: Die Radeberger Gruppe vorausschauend für die Zukunft zu rüsten. Für eine Zukunft, in der es nicht mehr reichen wird, „nur" noch Markenartikler zu sein. „Nur" noch Bier zu verkaufen. Sondern in dem ganzheitlich gedachte, kundenorientierte 360-Grad-Lösungen der Schlüssel zum Erfolg sein werden." 

Man darf auf die Zukunft der Radeberger Gruppe gespannt sein. Im Mittelpunkt von 360 Grad ist man nur noch von Mitbewerbern umgeben. Und das von der Herstellung, über den Großhandel und bis zum GAM oder Restaurant.

Dr. Lorenz Herz ist voll, deshalb läuft ihm der Mund über, wie man schon im Mittelalter sagte: "Das Jahr 2018 war damit eines der umtriebigsten in der Unternehmensgeschichte der Radeberger Gruppe: Wir haben in den letzten Monaten unzählige Meilensteine passiert, marktprägende Fußabdrücke hinterlassen, zugleich im Bestandsgeschäft weitere Hausaufgaben erledigt und ganz nebenbei auch noch eine ordentliche Performance gezeigt. Wir können nur wiederholen: Vertrocknete Lorbeeren sind kein gutes Ruhekissen. Deswegen werden wir weiterhin an Zukunftsthemen entlang der Wertschöpfungskette arbeiten. Mit hoher Schlagzahl ... und größter Begeisterung."

Die Begeisterung der Controller des Oetker-Konzerns dürfte sich in Grenzen halten. 
(Red. Gastronomie.de, Dipl.-Betrw. R. Willing)