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Drucken 06-01-2019 | Getränke-Informationen | Getränke-Einkauf (Gastronomie-System-Lieferanten)

Wohin geht Team-Beverage?

Coop Schweiz hat offensichtlich Darstellungsprobleme mit der Übernahme von Team-Beverage durch Transgourmet. Die zum mächtigen Schweizer Handelskonzern COOP gehörende Tochter Transgourmet GmbH in Riedstadt hatte Mitte 2017 und rückwirkend zum 1.1.2017 70% an der Team-Beverage zum stolzen Preis von 70 Mio EUR übernommen.In der Veröffentlichung der Neuen Züricher Zeitung (NZZ) vom 4.1.2019 ist allerdings die Rede von einer Übernahme der Team-Beverage "mit damals über 1,5 Mrd Fr Handelsumsatz". Team-Beverage berichtete damals anläßlich der Mehrheitsübernahme etwas zutreffender von 1,3 Mrd EUR "mandatierten Systemumsatz", was genau heißt, dass dieser Umsatz die Addition der Umsätze selbständiger und von Team-Beverage völlig unabhängiger und mit Team-Beverage lediglich in ausgesuchten Geschäftsfeldern kooperierenden GFGH darstellt.

Nachdem die Radeberger Gruppe unter der forschen Leitung von Dr. Niels Lorenz bei der Get N, der einzigen in Deutschland verbliebenen GFGH-Gruppe selbständiger GFGH-Unternehmen von Bedeutung, doch nicht zu einem Joint Venture kam, soll nun Team-Beverage als gemeinsames Joint-Venture von Transgourmet und der Radeberger Gruppe fungieren. Auch hier ist bemerkenswert, dass man als Joint Venture Partner den Oetker Konzern und nicht die Radeberger Gruppe veröffentlicht.

Bemerkenswert ist auch, dass sich Transgourmet einen Partner in das noch immer mehr "theoretische Gebilde" Team-Beverage holt, der strategisch eigentlich nicht dahin gehört. Denn wenn Team-Beverage eine GFGH-Plattform sein will, dann muss sie auf Neutralität gegenüber der Getränkeindustrie bedacht sein. Daraus kann man schliessen, dass dies ein eher hinterlistiger Deal von Transgourmet und der erste Schritt der Trennung von  Team-Beverage ist.

Dies wiederum sollte die Position der GFGH in der Get N stärken, deren Hersteller- und Sortimentsneutralität zu einem wichtigen USP avancieren könnte. Wenn man es denn vertriebsseitig nutzen würde.

Der Radeberger Gruppe indes wäre zu wünschen, sich wieder auf die Herstellerfunktion und ihre diesbezügliche Struktur zu konzentrieren. Auch dort ist Digitalisierungsbedarf, unter Anderem.

(Kommentar von Dipl.-Betrw. Rainer Willing, GF der GEVA von 1983 bis 1993)