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Drucken 29-09-2018 | Gastronomie | Verschiedenes

Der Schritt in die Selbständigkeit mit einem eigenen Restaurant

Restaurant von Tama66 auf pixabay

Restaurant



(Bild: Tama66 auf pixabay)  
Mit einem eigenen Unternehmen Geld verdienen - davon träumen viele. Möglichkeiten gibt es einige, doch sie sind nicht für jedermann geeignet. Beispielsweise wird manchmal ein Meisterbrief benötigt. In der Gastronomie hingegen ist es einfacher. Für die Eröffnung eines Restaurants reicht eine behördliche Erlaubnis, doch damit ist es noch lange nicht erfolgreich.

Bevor man sich mit einem Restaurant selbständig macht, sind einige Vorüberlegungen nötig, damit das Projekt auch gelingt. Idealerweise ist Gastronomieerfahrung vorhanden. Das muss nicht zwangsläufig als Koch sein, aber es hilft natürlich. Worauf soll sich das Lokal spezialisieren? Deutsche Küche, Fisch oder American Diner? Darauf wird dann die Inneneinrichtung abgestimmt, denn ein italienisches Lokal spricht eine andere Klientel an als ein Burger-Restaurant. Darüber hinaus ist der Standort entscheidend und der hängt auch von der Zielgruppe ab.

Die meisten Restaurants schenken Alkohol aus. Dafür ist eine Konzession notwendig, die beim Gewerbeamt beantragt werden muss. Ein Selbstläufer ist das jedoch nicht, denn die Behörden prüfen, ob der angehende Gastronom dafür auch geeignet ist. Benötigt werden ein amtliches Führungszeugnis, ein Auszug aus dem Gewerbezentralregister und Unbedenklichkeitsbescheinigungen des Finanzamts sowie der Gewerbesteuerbehörde.

In der Gastronomie wird mit Lebensmitteln gearbeitet und das ist vor allem aus hygienischer Sicht ein sensibles Thema. Daher muss jeder, der ein Restaurant  eröffnen will, bei der IHK ein Seminar zu lebensmittelrechtlichen Vorschriften belegen und beim Gewerbeamt eine Bescheinigung über eine Erstbelehrung des örtlichen Gesundheitsamts vorweisen. Zudem möchten die Behörden einen gültigen Miet-, Pacht- oder Kaufvertrag für die zukünftigen Räumlichkeiten sehen und interessieren sich auch dafür, ob es beispielsweise sanitäre Einrichtungen gibt, denn das ist wichtig.

Sind die bürokratischen Hürden genommen, geht es an die Personal- und Finanzplanung. Will man selbst kochen oder benötigt man einen oder gar mehrere Mitarbeiter für die Küche? Die gleiche Frage stellt sich im Service. Das Personal, das natürlich sorgfältig ausgesucht werden sollte, macht einen nicht unerheblichen Teil bei der Kalkulation aus, die idealerweise bereits vor der Gewerbeanmeldung durchgerechnet wird. Schließlich gibt es viele Kostenfaktoren.

Neben Personal, Marketing und Buchhaltung (Steuerberater) muss Geld für Einrichtung und Einkauf eingeplant werden. Töpfe, Pfannen, Tabletts, Messer, Spülmaschine - da lohnt es sich zunächst einen Überblick zu verschaffen. Die Lebensmittel kann man aufwendig auf dem Wochenmarkt oder im Großmarkt kaufen, aber es gibt auch Lieferdienste für die Gastronomie. Nicht vergessen werden sollten entsprechende Versicherungen, etwa eine Betriebshaftpflicht oder die Inhaltsversicherung.

Ein Restaurant ohne Konzept zu eröffnen, ist also keine gute Idee. Viele Gastronomen scheitern an ihrer Arglosigkeit. Es gibt viel zu beachten und man braucht eine Menge Kapital. Doch wer sich vorher viele Gedanken macht, mit Gastronomen in der Gegend redet, in der das Lokal stehen soll, und sich die richtigen Leute ins Boot holt, hat schon einiges richtig gemacht. Es muss ja kein Sternerestaurant werden, aber mit Leidenschaft und Unternehmergeist ein eigenes Restaurant-Business zu starten, kann durchaus gelingen.

Übrigens gibt es auch Alternativen zu einem klassischen Restaurant, etwa Franchise-Unternehmen wie burgerme oder ein Food-Truck, der auf Messen und anderen Events selbstgemachte Gerichte für den kleinen Hunger verkauft. Welche Form der Gastronomie erfolgversprechender ist, hängt letztendlich vom Gründer und den Rahmenbedingungen ab.