gastronomie.de - make life taste better

Drucken 22-10-2020 | Einrichtung+Ausstattung

Die wichtigsten Informationen über Kühlzellen im Überblick

Fachgerechte Lagerung von Lebensmitteln in einer Kühlzelle

Bild: @Lucky Dragon/Adobe Stock



Kühlzellen bieten Gastronomiebetrieben die Möglichkeit, Lebensmittel in größeren Mengen kühl und frisch zu lagern. Sie zeichnen sich durch ihre Leistungsfähigkeit aus, weisen allerdings auch einige Nutzungsbesonderheiten auf. Hier erfahren Sie, welche Arten von Kühlzellen es gibt, worauf man bei der Auswahl achten muss und wie man sie energieeffizient nutzt.Die Unterschiede zwischen Kühlzelle und Kühlschrank

Die Hauptunterschiede zwischen einem haushaltsüblichen Kühlschrank und einer Kühlzelle bestehen im Stauraum, in der Kühlleistung und im Verbrauch. Der Energieverbrauch einer Kühlzelle ist aufgrund der hochwertigen Isolierung mittels Edelstahl, Hartschaum und modernen Dämmmaterialien relativ gering. Damit entspricht ihre Ausstattung den hohen Ansprüchen gastronomischer Betriebe an eine wirtschaftliche Kühlung von Lebensmitteln. Darüber hinaus lassen sich in einer Kühlzelle deutlich mehr Vorräte unterbringen als in einem herkömmlichen Kühlschrank. Selbst Wild kann problemlos darin gelagert werden.

Zu guter Letzt sind die Kühlaggregate der Zellen stärker als bei herkömmlichen Haushaltslösungen. Schließlich muss ein größeres Volumen auf niedrige Temperaturen herabgekühlt werden. Vor allem bei der Lagerung von Wild ist eine größere Kühlleistung erforderlich.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kühlzellen aufgrund ihrer technischen Ausstattung vorrangig für den gewerblichen gastronomischen Bereich geeignet sind, während klassische Kühlschränke für die private Nutzung vorgesehen sind.

Die verschiedenen Arten von Kühlzellen

Geht es um gewerblich genutzte Kühlzellen, unterscheidet man grundsätzlich zwei Arten – konventionelle Kühlzellen und Tiefkühlzellen.

Kühlzellen:

Bei der ersten Art handelt es sich um die reguläre Gewerbekühlzelle mit Einlegeböden und Regalablagen. Sie ist sowohl als freistehende Ausführung als auch als begehbare Kühlzelle mit rutschfestem Boden verfügbar.

Kühlzellen kommen dort zum Einsatz, wo gewöhnliche Kühlschränke nicht mehr ausreichen. Anstatt mehrere große Kühlschränke aufstellen zu müssen, kann man hier alle Lebensmittel platzsparend an einem Ort aufbewahren. Die Wandstärke beträgt üblicherweise 0,5 mm, die Dämmung 80 mm. Der Temperaturbereich einer Kühlzelle liegt zwischen 0 und 8 °C.

Je nach Ausführung gibt es auch noch spezielle Sonderformen wie Wildkühlzellen. Hier sind beispielsweise zusätzliche Haken angebracht, mit denen größere Fleischstücke unkompliziert aufgehängt werden können. Auch besteht die Möglichkeit, einen Raum mittels Kühlaggregat in eine Kühlzelle umzuwandeln.

Tiefkühlzelle:

Tiefkühlzellen sind deutlich leistungsfähiger und erreichen wesentlich niedrigere Temperaturbereiche als herkömmliche Kühlzellen. Das liegt einerseits an der höheren Leistung des Kühlaggregats, andererseits aber auch an der größeren Wandstärke. Damit handelt es sich bei Tiefkühlzellen um platzsparende Alternativen zu Tiefkühlgeräten für den gastronomischen Bedarf.

Die Isolierung besteht bei Tiefkühlzellen üblicherweise aus Hartschaum mit einer Dicke von 120 mm. Um eine optimale Dämmung zu gewährleisten, sind die Türen zusätzlich mit selbsthebenden Scharnieren und speziellen Zylinderschlössern ausgestattet. Der Temperaturbereich von Tiefkühlzellen liegt zwischen 0 und -20 °C.

Darüber hinaus sind Tiefkühlzellen in der Regel mit einer Türrahmenheizung ausgestattet. Diese verhindert einerseits, dass die Tür einfriert, erleichtert andererseits aber auch das Öffnen.

Darauf sollten Sie bei der Auswahl achten

Bei der Auswahl einer Kühlzelle bzw. Tiefkühlzelle sind verschiedene Faktoren zu beachten.

1. Der Stauraum

Unterschiede zwischen verschiedenen Modellen gibt es vor allem beim Stauraum. Deshalb sollte vorab genau kalkuliert werden, welche Lebensmittel über welche Zeiträume eingelagert werden sollen und wie viel Platz zur Verfügung steht. Dabei muss auch der Schwenkbereich der Tür berücksichtigt werden. Vor der Zelle sollten 1,5 m Platz vorhanden sein. Darüber hinaus sollten über der Zelle 50 cm frei bleiben. Die meisten Kühlzellen sind nämlich mit einer steckerfertigen Kälteanlage und einem Huckepack-Aggregat ausgestattet.

Kleinere Ausführungen für einen geringeren Lagerbedarf haben Volumina von 1,3 – 1,5 m³. Größere Modelle für gehobenen Lagerbedarf bieten Kapazitäten von 3,5 – 4,5 m³.

2. Der Boden

Bei den niedrigen Temperaturen in einer Tiefkühlzelle besteht immer eine gewisse Rutschgefahr. Deshalb sollte man sich nach kreisverpressten und rutschfest genoppten Böden aus Edelmetall umsehen. Selbst bei niedrigsten Temperaturen kann man sich sicher darauf bewegen. Wenn der Boden höheren Ansprüchen genügen muss, ist auch eine Verstärkung möglich. So kann man die Zelle auch mit einem Hordenwagen befahren.

3. Die Energieeffizienz

Wie bei anderen Kühlgeräten sollten Sie auch bei Kühlzellen auf gute Werte in den Bereichen Klimaverträglichkeit und Energieeffizienz achten. Empfehlenswert ist hier die Kennzeichnung A+++.

Hinweis: Weitere Tipps für einen klimafreundlichen Lebensstil finden Sie in diesem Artikel von uns.

4. Weitere Faktoren

Daneben müssen bei der Auswahl einer Kühlzelle noch zahlreiche weitere Faktoren berücksichtigt werden. Hier sind etwa die Geräusch- und Wärmeentwicklung, die Dimensionierung der Kühlraumtür und die Wahl des passenden Kälteaggregats zu berücksichtigen. Weiterführende Informationen zu diesen und weiteren Themen finden Sie zum Beispiel bei Kälte Berlin.

Hinweise zur energieeffizienten Nutzung von Kühlzellen

Wie bei konventionellen Kühlschränken kann man den Energieverbrauch und die Lebensdauer auch bei Kühlzellen optimieren. Anbei ein Überblick über die wichtigsten Tipps und Tricks.

Regelmäßige Reinigung des Geräts:

Wichtig ist zunächst die regelmäßige Reinigung. So sollten vor allem die Einlegeböden der Bodenflächen, die Dichtungen und die Kühlzellen von Verunreinigungen befreit werden. Ebenso sollten der Kondensator und der Verdampfer einer regelmäßigen Prüfung unterzogen werden.

Regelmäßiges Abtauen:

Auch wenn Kühlzellen üblicherweise mit einer automatischen Abtaufunktion ausgestattet sind, sollten sie mindestens einmal im Jahr abgetaut werden. Das gilt auch dann, wenn keine Eisschichten sichtbar sind. In jeder Zelle sammelt sich mit der Zeit Feuchtigkeit an, die regelmäßig entfernt werden sollte.

In diesem Zusammenhang sollte auch darauf geachtet werden, die Türen nur bei Bedarf zu öffnen. Für den Kühlkompressor stellt es eine starke Beanspruchung dar, wenn die Tür während des Einräumens über einen längeren Zeitraum geöffnet bleibt. Halten Sie die Tür deshalb nach Möglichkeit geschlossen und befüllen Sie das Gerät zügig.

Kapazitätsgrenzen beachten:

Befüllen Sie die Kühlzelle nur im Rahmen der zulässigen Kapazität. Nur so ist eine optimale Luftzirkulation und damit eine optimale Kühlung gewährleistet. Genaue Angaben zur zulässigen Höchstbeladung finden Sie in den Produktspezifikationen. Achten Sie auch darauf, dass keine Lebensmittel unmittelbar vor dem Verdampfer gestapelt werden. Auch dies kann die Luftzirkulation blockieren.

Autor: Christian Friedrich