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Drucken 13-04-2018 | Cash & Carry | Digitalisierung | Bio-Lieferanten

Bio und Digitalisierung in unserem Fokus auf der Transgourmet-Messe in Bremen.

Brockum, den 13. April 2018 - Wie wichtig sind Bio-Produkte für Gastronom/in? Wie stellen sich Hersteller und Großhandel auf den nicht dramatisch, aber kontinuierlich wachsenden Bedarf an gesunder und nachhaltiger Ernährung ein? Und welche Dynamik läßt sich zur Digitalisierung in der Gastronomie-Branche ausmachen? Fragen, die wir am 12. April an Aussteller auf der Transgourmet-Messe in Bremen stellten.

Welche Bio-Produkte bieten Sie an? Auf diese Frage an den Ständen der ausstellenden Produzenten und Großhändler war die Antwort überwiegend: keine.
Sortimentsbezogen gibt es unterschiedliche Gründe, Bio-Produkte in das Sortiment nicht oder noch nicht aufzunehmen. Technische Gründe, wie Umrüstungen nennen Käsereien, weil es bei der Verarbeitung von Bio-Milch nicht zu Vermischungen mit herkömmlicher Milch kommen darf. Dies führt bei noch geringer Nachfrage zu einer erheblichen Verteuerung des Endproduktes. Fleisch- und Wurstproduzenten finden noch mehr Gründe, an das Bio-Thema defensiv heranzugehen.
Verständlich einerseits, weil die doch deutlich konstenintensivere Bio-Aufzucht zu deutlich höheren Endverbraucherpreisen führt und damit noch auf eine zu geringere Kaufbereitschaft beim Konsumenten trifft.
In der Konsequenz dieser betriebswirtschaftlichen Betrachtung sehen kleinere Produzenten ihre Nischenchance, indem sie sich auf die Herstellung und Eigenvermarktung von biologisch hergestellten Produkten konzentrieren. Und diejenigen unter ihnen, die mit dieser Strategie erfolgreich sind, haben dann die Chance auch den Großhandel zu beliefern.

Diese Chance bietet Transgourmet mit der Vermarktungsstrategie "Ursprung". Unter "Ursprung" sind Sortimente zusammengefaßt, die zwar nicht alle nach besonders strengen Bio-Zertifikaten hergestellt werden, die aber doch wesentliche Anforderungen an die Nachhaltigkeit erfüllen und damit schon eine interessante Sortimentsbreite bieten.
Gegenüber der manchmal frustrierenden, weil zeitaufwändigen Suche eines Restaurantkochs nach Bio-Produkten bietet Transgourmet hier einen erkennbaren und wie wir finden lobenswerten Zusatznutzen. Und dieser Mehrwert liegt nicht nur in der aufwändigen Lieferanten- und Produktauswahl begründet, sondern auch in einem hilfreichen Informationsservice. Was besonders gut und etwas teurer ist, soll - nein - muss auch kommuniziert werden. Ob für die Speisekarte oder das Gespräch mit dem Gast, über besonders gute gastronomische Leistungen soll der Gast auch informiert werden. So wie man auch einen guten Wein erklärt.

Zwei gute Sortiments-Beispiele sind uns aufgefallen: das Parsdorfer Bio-Brot-Sortiment der Familienbäckerei Grimminger, die sogar von dem Bio-Verband "Naturland" zertifiziert ist. "Naturland" ist ein deutlich höherer Standard, als es die EU-Bio-Verordnung fordert. Auch in einem besonders kritischen Sortiment der Geflügel-Produkte bietet das "Ursprung"-Sortiment eine ausgesucht glückliche Lieferantenauswahl mit dem Geflügelhof Schemmer aus Bayern. Hier findet man eine Präsentation des Geflügelhofs Schemmer, der man Vertrauen entgegenbringen kann.

Auch zum Thema Digitalisierung fanden wir Lösungen, die zeigen, dass Transgourmet den Gastronom als Kunden mit einem über die Warenlieferung hinausgehenden Servicebedarf begriffen hat. Unter "Online" wird dem Kunden ein Shop-Portal angeboten, das eine schlanke Benutzerführung und gute Übersicht bietet. Natürlich ist die Digitalisierung nie ein endgültiger, sondern ein sich ständig fortentwickelnder Prozess.
Ein Statistik-Angebot, das dem Kunden Auswertungsmöglichkeiten über seinen Einkauf bietet und gleichzeitig die nächste Bestellung digitalisiert vorbereitet, hatten wir nicht gefunden und könnte ein weiteres hilfreiches Feature sein.

Alles in Allem waren wir von der Transgourmet-Messe in Bremen positiv überrascht. Und zwar nicht nur auf unsere eingangs gestellten Fragen bezogen, sondern auch auf das Leistungsangebot insgesamt bezogen.

(Redaktion gastronomie.de, R.Willing)