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Drucken 21-03-2013 | Verschiedenes

Dienstleistungs - Einkaufsmanager - Index enttäuscht

Der von Markit Economics verfaßte Report erscheint 14-tägig und stellt mit dem heutigen Ausweis für Deutschland von 51,6 einen unerwartet deutlichen Rückgang gegenüber dem Wert vom 5. März (54,7) dar. Mit über 50 signalisiert der Index zwar immer noch expansive Marktaktivität, doch der um fast 4 Punkte rückläufige Wert deutet mindestens auf einen Einbruch in der Dynamik hin.

Leider erhält diese Befürchtung zusätzliche Bestätigung durch den gleichzeitig für das herstellende Gewerbe veröffentlichten Einkaufsmanager-Index, der mit 48,9 sogar deutlich unter die 50 fiel und damit auch die Prognosen von 50,5 verfehlte.

Die sich seit Jahresbeginn häufenden Rücknahmen in den Wachstumsaussichten der Unternehmen in Deutschland legen den Schluß nahe, dass wir mit den Sparauflagen, die wir den Südeuropäern verordnet haben, unsere eigenen Märkte beschädigen. Die sich mehrenden Absatzeinbrüche im EU-Währungsraum stellen für unsere Wirtschaft und damit für die Arbeitsplätze und Steuereinnahmen eine ernste Bedrohung dar.

Wenn diesem Trend nicht gegensteuernde wachstumsstimulierende Impulse entgegen gesetzt werden, laufen wir für Europa insgesamt in eine hausgemachte Falle, von der wir uns politisch und ökonomisch so schnell nicht erholen werden.

Zeitliche Streckung der Sparziele, Rücknahme von konsumeinschränkenden Maßnahmen, Marshall-Plan für die leistungsschwachen Regionen im Euro-Währungsraum und gemeinsame Finanzierung über Euro-Anleihen wären u.a. Maßnahmen, auf die sich Eurogruppe, IWF und EZB einigen müßten. Vielleicht kann die Eurogruppe damit einen Teil des Vertrauenschadens wieder gut machen, den sie gerade mit ihrem desaströsen Zypern-Krisenmanagement angerichtet hat.

Autor: Rainer Willing